Viele rechneten damit, dass die noch ausstehenden Brexit Folgen auch einen spürbaren Einfluss auf den Frankfurter Wohnungsmarkt haben würden. Doch diese Hoffnung kann man relativ schnell nehmen: Unabhängig von den Folgen des Brexit in Frankfurt, wird das Preisniveau des Immobilienmarktes stetig steigen. Besonders die Nachfrage nach möblierten Wohnungen soll demnach wachsen.
Der allgemeine Tonus in der Immobilienbranche prophezeit eine abnehmende Zuwanderung in den Metropolen voraus bei einem simultanen Anstieg an Wohnraum durch diverse Baumaßnahmen. Heißt: Weniger Menschen wollen in die Städte und es gibt mehr Wohnungen, die angeboten werden. Zusätzlich macht sich der fehlende Leitzins bemerkbar. Für viele Investoren dürfte die Schmerzgrenze bald erreicht sein, zumal der Hypothekenzins antiproportional zum Leitzins steigt.
Anders als gehofft werden sich diese Fakten nicht auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt widerspiegeln. Der langanhaltende Wohnungsmangel in Frankfurt wird auch zukünftig dafür sorgen, dass der Wohnraum teuer bleibt. Um die Lücken der letzten Jahre zu schließen, wird es noch ca. 10 bis 15 Jahre dauern – so die Experten. Trotz steigender Hypothekenzinsen und fallender Zuwanderung ist und bleibt Frankfurt eine gute Geldanlage und wird Investoren nicht davon abhalten ihr Geld in die Bankenmetropole zu bringen.
Innerhalb der Bankenstadt fehlen schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Wohnungen. Problematisch an diesem Wohnungsmangel ist das begrenzte Bauland, das Frankfurt bietet. Immer mehr muss auf das Umland ausgewichen werden um dieses Defizit zu begleichen. Selbst in den Neubaugebieten fehlt mittlerweile Bauland.
Der Baurekord neu enstandener Wohnungen lag bei knapp 4800 Wohnungen in einem Jahr. Als Vergleich: Expertenmeinungen zufolge, müssten rund 7000 Wohnungen im Jahr über mehrere Jahre hinweg errichtet werden um der Nachfrage gerecht zu werden. Der Mangel der letzten Jahre hat extrem Einfluss auf die gegenwärtige sowie zukünftige Situation des Marktes und führt zu einer anhaltenden Wohnungsnot.
Unterschiede sind aber auch innerhalb der Frankfurter Stadtteile zu verzeichnen: Die Innenstadt generell sowie das Westend und das Europaviertel liefern die teuersten Quadratmeterpreise. Dies zeigt aber die generelle Lage in Deutschland: Große Preissprünge und enorme regionale Unterschiede prägen das Preisbild der Immobilienbranche.
Diskussionen über einen neuen Stadtteil kamen für die heutige Situation zu spät. Jegliche Bauprojekte, die geplant und teilweise schon in der Umsetzung sind, benötigen zu viel Zeit bis zur Fertigstellung um die gegenwärtige Wohnungssituation zu entspannen.
Doch Frankfurt wird auch kreativ: Büroflächen sollen umgestaltet werden, Baugenehmigungen für größere Wohnungen sollen nicht mehr erteilt werden und Balkone dürfen bald nicht mehr als 8 qm groß sein. Ob diese Pläne die erhoffte Wirksamkeit verschaffen, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Bis aus den heutigen Beschlüssen positive Effekte resultieren, wird es noch dauern und bis dahin wird Frankfurt auch weiterhin bis an seine Stadtgrenzen aus allen Nähten platzen.

